Amed – ein Paradies für Taucher auf Bali

Das kleine Städtchen Amed im Osten von Bali liegt nicht weit entfernt vom Vulkan Gunung Agung und direkt am Meer. Wer auf dem Weg von Pemuteran zu den Gilis ist, der muss hier unbedingt einen Zwischenstopp einlegen – die Fährverbindung zu den Gilis ist schnell und gut. Die Tauchschulen reihen sich aneinander und bieten alle interessante Ausflüge an. Die beliebtesten sind sicherlich das Tulamben-Schiffswrack, die USAT Liberty, und der Drop Off. Die Unterwasserlandschaft ist eine willkommene Abwechslung zu den bunten Korallenfelder der Gilis. Denn hier ist der Untergrund grau und steinig. Bunte Fische zeigen hier einen besonderen Kontrast zur Umgebung – Korallen gibt es natürlich trotzdem. Obwohl die Tauchspots in Tulamben sind, würden wir empfehlen in Amed zu bleiben. Es ist etwas größer, hat mehr Hotels und noch einige Strandbars mit tollem Blick auf den Vulkan. Alle Tauchschulen fahren euch die paar Minuten mit dem Van nach Tulamben. 

Wracktauchen auf Bali – Das Tulamben-Schiffswrack USAT Liberty

Die USAT Liberty, war ein amerikanisches Frachtschiff, das im zweiten Weltkrieg von einem japanischen U-Boot torpediert und im Zuge der Rettungsaktion auf den Strand gesetzt wurde. In den Sechzigerjahren rutschte es in Folge eines Ausbruchs des Gunung Agung an seine heutige Stelle ins Meer – es gilt bei PADI als einer der Top-Tauchspots der Welt, was mich erst beim zweiten Hinsehen überzeugte. 

Zunächst ging es vom Strand aus ins schnell tiefer werdende Wasser. Die steilen Hänge am Fuße des Vulkans setzen sich unter Wasser fort. Kurz nachdem wir tauchten und den ersten Druckausgleich machten, beäugte uns ein Barrakuda von der Seite und schwamm nach kurzem Zögern an uns vorbei. Nun konnte ich von weitem schon das Wrack erahnen und meine Aufregung stieg – ich tauchte das erste Mal an einem Wrack. Doch ich wurde enttäuscht. Bis auf  ein paar bizarre Strukturen ist von dem Wrack heute kaum noch was zu erkennen. Ein paar Silhouetten, hier der Rest von einer Leiter oder dort ein altes Ventil – mehr nicht. Das sollte mal ein Schiff sein? Als ich mich davon verabschiedete hier ein Wrack zu erkunden und mich der Meeres-Flora und Fauna widmete, begriff ich langsam, warum dies ein Top-Dive-Spot ist. Unglaublich viele Fische tummelten sich in den Überresten des Wracks. Überall hefteten sich Korallen an verbogene Metallträger und nicht mehr zu definierende Teile. Und als der Tauchgang zu Ende ging, schauten uns zwei gut getarnte Steinfische so grimmig an, wie ich noch vor 40 Minuten ausgesehen haben muss – jetzt grinste ich vor Glück so breit, dass Wasser durch meine Maske drang. 

Das Beste von dem Tauchgang seht ihr hier in einem kurzen Video:

Das Tulamben Drop Off – Unangenehmer Schmusekurs mit Korallen

Uns wurde das Tulamben-Schiffswrack in Kombination mit einem Tauchgang am Tulamben Drop-Off angeboten. Nach kurzer Pause und Fahrt sind wir also wieder vom Strand aus ins Wasser gestiegen und nach nur wenigen Metern abgetaucht. Schnell erfasste uns hier eine Strömung und trieb uns angenehm an einer steilen, mit Korallen bewachsenen Flanke vorbei. So konnten wir in Ruhe die Unterwasserwelt an uns vorbeiziehen sehen, bis… ja bis Vanessa von der Strömung so ungünstig erfasst wurde, dass sie mit ihrem Bein eine Weichkoralle berührte. Diese Begegnung war für sie ungleich unangenehmer als für die Koralle, denn sofort durchfuhr sie ein Schmerz – 10 Mal so stark wie von Brennnesseln. Sofort zeigte sie mir, dass etwas nicht okay ist. Auftauchen? Nein, aber zurück zum Ufer, jetzt aber gegen die Strömung. Nach endlosen Minuten erreichten wir das Ufer. Ihr Bein war feuerrot und das Muster der Koralle darauf deutlich zu erkennen. Der Tauchguide gab schnell Entwarnung – schmerzhaft, aber nicht schlimm. Eine Tinktur aus Tabak und Zitronen brachte etwas Linderung, bis wir in der Tauchschule Essig bekamen. Schmerzhaft und empfindlich bliebt die Stelle noch einige Wochen – die Rötung noch etwas länger. Es gibt sehr viele gute Gründe keine Korallen zu berühren. Dies ist einer davon.

Und hier eine Auswahl der Fotos von den Tauchgängen:

Der Wasserpalast in Tirtagangga

Wenn man nicht gern taucht, ist Amed wirklich nicht der Richtige Ort, um auf Bali glücklich zu werden. Man kann ganz klar sagen, dass ihr in Ubud oder Pemuteran besser aufgehoben seid und mehr unternehmen könnt. Wer einen tauchfreien Tag überbrücken, oder zurück in Richtung Ubud oder Denpasar muss, für den lohnt ein Zwischenstopp im Wasserpalast von Tirtagangga.

VORSICHT! Achtet unbedingt darauf, dass ihr auf dem Weg von Amed nach Tirtagangga Berge überquert und haltet dafür die empfohlenen Abstände zu euren Tauchgängen ein. Eine Bekannte von uns musste nach dem Besuch der Tempelanlage für vier Stunden in die Dekokammer…

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