Der Tatra von Hanwag

Hanwag Tatra GTX nach der Durchschreitung eines Hochmoores (Alle Rechte Vorbehalten)

Ein schöner Einsteiger-Schuh, der durch Vielseitigkeit und Qualität überzeugt.

Der Tatra von Hanwag ist ein sehr robuster und solider Wanderschuh. Vorausgesetz er passt einem (den nicht jede Marke passt an jeden Fuß). Er ist ein sehr schöner Einsteiger-Schuh für die ersten Wanderungen und Kraxeleien in den Bergen. Der hohe Schaft schließt gut um den Knöchel und bietet Sicherheit und Halt im Gelände. Vor den Zehen ist genug Platz, damit es beim Bergabgehen nicht drückt. Kein Problem also mit dem Schuh acht oder neun Stunden unterwegs zu sein. Das verwendete Material ist sehr hochwertig und gut Verarbeitet. Die Vibram-Sohle greift sowohl auf rutschigem Untergrund, Schneefeldern oder am nackten Fels sicher. Auf dem Zugspitzgletscher haben Grödeln geholfen (zum Beispiel die edelrid 6 point), die sich schnell und einfach unter den Schuh schnallen lassen. Die Sohle rollt zudem noch gut ab, sodass längere Strecken auf ebenen Wegen auch machbar sind.

Fazit: Ein perfekter Einsteigerschuh für Fernwanderungen im Gelände oder Mehrtagestouren. Er hat weder bei der Alpenüberquerung noch in Nepal enttäuscht und macht sowohl im schweren Gelände als auch auf einfacheren Wegen Spaß. Einfache Klettersteige und längere Schotterpisten sind noch mit ihm zu machen, obwohl der Tatra hier langsam an seine Grenzen kommt.

Den Hanwag Tatra gibt es sowohl mit Goretex-Membran (GTX) als auch aus Leder. Wofür man sich entscheidet ist nicht nur Geschmacksache. Goretex hat Vorteile bei Wasserdichtigkeit, verliert aber an heißen Tagen seine Durchlässigkeit. Ist ein Lederschuh einmal komplett nass, dauert es sehr viel länger ihn zu trocknen. Auf Mehrtagestouren kann das sehr unangenehm werden.

In jedem Fall sollte man sich vor einem Kauf in einem Outdoor-Geschäft ausgiebig beraten lassen. In guten Fachgeschäften ist es möglich, Schuhe für ein paar Stunden im Laden probe zu tragen – also nicht am Schluss des Einkaufes aussuchen. Auf keinen Fall sollte man bei Wanderschuhen auf das Geld achten. Genauso wie ein schlechter Rucksack, können schlechte Schuhe den ganzen Urlaub vermiesen.

Da es mit der Zeit immer höher in die Berge geht, wird der nächste Schuh wohl für alpineres Gelände geeignet sein. Ich hätte gern an Geröllfeldern oder Klettersteigen etwas mehr halt. Denkbar sind der Hanwag Alaska oder der Hanwag Ferrata Combi GTX.

Tipp! Den Schuh sofort nach dem Einkauf wachsen und fönen!

Das Leder der Wanderschuhe ist meistens mit einem Wachs leicht vorbearbeitet. Das reicht aber bei weitem nicht für den Einsatz im Gelände aus. Also: bevor der Schuh das erste Mal schmutzig werden kann, sollte er noch einmal kräftig nachgewachst werden, bis der Schuh schön speckig ist. Für Goretex und Lederschuhe gibt es unterschiedliche Wachs-Produkte. Am besten den Fachhändler beim Kauf fragen.

Um den speckigen Schuh zu trocknen, nimmt man besten einen Fön und bringt damit das Wachs auf dem Leder zum schmelzen. Dabei dringt es tief in die Poren ein. Es reicht, die Stelle nur ein paar Sekunden zu fönen und man sieht, wie das Leder wieder trocken wird. Manche stellen die Schuhe auch auf niedriger Temperatur in den Ofen, aber dabei kann sich der Kleber lösen, wenn man sich doch mit der Hitze verschätzt.

– – Die Schuhe sind nicht gesponsert worden – –

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