Tongariro National Park

Mount Tongariro Alpine Crossing

Der Tongariro Alpine Crossing ist ein Wanderweg im Tongariro National Park in Neuseeland. Der fast 80.000 Hektar große Tongariro National Park umfasst die Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu und weist eine der kontrastreichsten Landschaften Neuseelands auf. Die beliebteste Aktivität im Park ist das „Tongariro Alpine Crossing“, eine Ganztagestour, bei der man das außerirdisch anmutende Gelände entlang der Hänge aller drei Berge durchquert. Vor einiger Zeit war ich insgesamt für sechs Monate in Neuseeland und dieser Walk ist einer, der mir am längsten und besten in Erinnerung geblieben ist. Vielleicht auch, weil er der erste war, den ich in Neuseeland gelaufen bin. Denn mit seinen 19,4 Kilometern ist der Tongariro Alpine Crossing auch für Einsteiger an einem Tag möglich.

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Es sollte dennoch nicht unterschätzt werden, dass es sich um drei noch aktive Vulkane handelt (letzte Aktivität 2012) und dass bei einer Höhe von 1968 m der Gipfel des Mount Tongariro (Red Crater) häufig von Schnee und Eis bedeckt ist. Hier kam es in den vergangenen Jahren leider immer wieder zu Erfrierungen und Unfällen, da Wanderer die Klimabedingungen nicht einschätzen konnten oder das Wetter sich plötzlich gedreht hat. Auch auf meiner Tour sind mir immer wieder Touristen begegnet, die den Weg in kurzen Hosen und Sommerschuhen laufen. Gelegentlich rannte auch ein extrem sportlicher Jogger an mir vorbei. Davon sollte man sich nicht beeinflussen lassen und weiter in seinem eigenen Tempo den Walk fortsetzen.

Ausgangspunkt für den Tongariro Alpine Crossing ist in der Regel in 1100 m Höhe das Mangatepopo Valley das zunächst bis zu den Soda Springs entlang des Flusses nur leicht ansteigt. Dort findet man den Parkplatz SH47, auf dem man kostenlos seinen PKW abstellen kann. Auf Grund der Popularität des Tongaririo National Parks ist es ebenfalls möglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Kurz hinter dem Parkplatz lässt man die Magatepopo-Hut links liegen. Rechter Hand sieht man die einladenden Kletterwände des Ruapehu. Zwischen Tongariro und Ngauruhoe kommt es zu einem steilen Anstieg, dem so genannten Devil’s Staircase (Treppenhaus des Teufels).

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Von dort gelangt man auf den 1600 m hohen Sattel des Mount Tongariro, um anschließend über den South Crater bis zum höchsten Punkt des Wanderweges, dem 1886 m hohen und immer noch aktiven Red Crater zu steigen. Von hier aus kann man zwei Abstecher einlegen: Entweder zu dem Gipfel des 2291 m hohen Ngauruhoe (die Strecke ist unmarkiert; ca. drei Stunden Laufzeit) oder zu dem Gipfel des 1968 m hohen Tongariro (markiert; ca. zwei Stunden Laufzeit).

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Eine gute Ausruhmöglichkeit stellen die Emerald Lakes und der Blue Lake dar, auf die man bei dem recht schnellen Abstieg stößt. Der Abstieg zu den kristallklaren und eiskalten Seen gestaltet sich durch eine längere Schotterpiste ziemlich rutschig. Festes Schuhwerk ist hier klar von Vorteil. Hinter den Emerald Lakes mit seinen schwefeligen Uferrändern fällt die Strecke entlang des Te wai-whakaiata-o-te-Rangihiroa (Blue Lake) zur Ketetahi-Hütte ab. Hier kreuzt der Weg ein privates Grundstück mit heißen Quellen, bevor er sich auf den in 800 m Höhe im Wald befindlichen Ketetahi Car Park hinunterwindet.

Von der sind öffentliche Verkehrsmittel zurück zum Ausgangspunkt möglich oder man fährt zurück in eine der umliegenden Städte.

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Highlights des Tongariro National Parks sind natürlich die drei Vulkane mit 2.797, 2.291 und 1.968 Meter Höhe: der Ruapehu, der Ngauruhoe und der Tongariro. Dem Ruapehu kam die Ehre zuteil, in der Film-Trilogie Der Herr der Ringe Mordor und die Emyn Muil darzustellen, und die fast perfekte Kegelform des Ngauruhoe bildete die Grundlage für den Schicksalsberg. Für die Maori haben die Berge in diesem Nationalpark eine enorme spirituelle Bedeutung. Der Legende nach erstarrte der Hohepriester Ngatoroirangi auf einer Erkundungstour durch Tongariro bei einem Schneesturm und bat Hawaiki, das traditionelle polynesische Heimatland der Maori, ihm Feuer zu bringen. Sein Gebet wurde erhört, und über den Kanal, den wir heute den pazifischen Feuergürtel nennen, brach der Berg aus.

Die unteren Hänge der Berge sind von Wäldern bedeckt, in denen Bergkräuter, Gräser, Flachs und niedrig wachsende Sträucher vielen einheimischen Vogelarten einen Lebensraum bieten. Auch die einzigen einheimischen Säugetiere Neuseelands, kurz- und langschwänzige Fledermäuse, leben im Park.

Unterkunft im National Park: Entlang des Tongariro Northern Circuit hat das DOC (Department of Conservation) vier Great Walk-Hütten eingerichtet. In anderen Teilen des Parks betreibt das DOC außerdem mehrere sogenannte „Serviced“ und „Basic“-Hütten. In der Ortschaft Whakapapa findet man unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten, von Campingplätzen bis zu Resort-Hotels.

Mein Tipp an Euch: Ihr solltet euch auf die extrem wechselhaften hochalpinen Bedingungen ohne Vegetation einstellen und genügend Trinkwasser für die Tageswanderung mitbringen. Am besten den Weg nicht allein laufen: es gibt immer andere Touristen vor Ort, die sehr freundlich und offen sind. Geführte Wandertouren sind ebenfalls möglich.

Außerdem kann der Tongariro Alpine Crossing größtenteils als Abschnitt innerhalb des Tongariro Northern Circuit gelaufen werden – einer von insgesamt neun Great Walks Neuseelands. Informiert euch dazu am besten unter http://www.newzealand.com/de/.

Zeitplanung des Department of Conservation für die einzelnen Streckenabschnitte:

Parkplatz SH47 – Soda Springs: 1-1,5 Stunden

Soda Springs – South Crater: 1 Stunde

South Crater – Red Crater: 1 Stunde

Red Crater – Emerald Lakes: 10 Minuten

Emerald Lakes – Ketetahi Hut: 1,5 Stunden

Ketetahi Hut – Parkplatz SH46: 2 Stunden

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