Eine Tempeltour in der Nähe von Ubud

Früh morgens holte uns der nette Fahrer am Hotel ab, den wir erst am Abend vorher gebucht hatten. Die Sonne stand noch tief, aber trotzdem war es schon sehr warm. Wir haben uns dafür entschieden eine private Tour zu buchen, um flexibel zu bleiben und an den schönen Orten so viel Zeit zu verbringen wie wir wollen. Für den Tag haben wir etwa 28 Euro bezahlt.

Tegenungan-Wasserfall

Unsere erste Station ist der Tegenungan-Wasserfall. Er ist nicht ganz so berühmt und so hoch wie der Gitgit-Wasserfall, dafür waren wir hier mit ein paar Einheimischen fast alleine. Im dichten Wald markiert er den Anfang eines Tals, das von dem breiten Flussbett durchzogen ist.

 

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Vom Parkplatz aus ging es an ein paar Souvenier- und Getränkeständen vorbei bis zu einer steilen Treppe. Obwohl es noch vormittags war, brannte die Sonne ganz schön stark. Auweia – wir werden das alles wieder raufklettern müssen! Aber von hier hatten wir schon eine tolle Aussicht auf die paradiesische Umgebung und hörten das Donnern des Wasserfalls. Unten am Flussbett angekommen nutzen wir die Gelegenheit uns in der Toilette umzuziehen, die aus einer schulterhohen Mauer besteht. Nun geht es auf Zehenspitzen zwischen den scharfkantigen und glitschigen Steinen entlang des Flusses weiter. Im Mai ist auch kurz nach der Regenzeit der Wasserstand schon deutlich niedriger. Wie es hier ein paar Wochen vorher ausgesehen haben muss, können wir uns anhand der Geröllmassen denken, die überall im ausgetrockneten Teil des Flusses liegen.

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Nach etwa hundert Metern standen wir vor dem grölenden und rauschenden Wasserfall. Die Wassermassen fallen etwa 30 Meter, sammeln sich in einem kleinen Becken und strömen dann langsam weiter. Ein paar indonesische Kinder angelten hier und die ganz mutigen kletterten auf einen etwa neun Meter hohen Vorsprung und sprangen ins Wasser. Wir arbeiteten uns auf konventionelle Weise vom Ufer gegen die Strömung ins erfrischend kalte Nass. Hier konnten wir die Gewalt des Wassers um unsere Beine spüren. Unmöglich dichter als drei oder vier Meter an den Wasserfall heranzukommen. Es riss uns einfach immer wieder von den Beinen – mal davon abgesehen, dass es bestimmt auch weh getan hätte, wenn wir es unter den Strahl geschafft hätten. Wie schon befürchtet, war der Aufstieg über die lange Treppe in der Hitze anstrengend und wir waren froh, noch die Kühle des Wassers auf der Haut zu spüren, als wir oben ankamen.

Goa Gajah – Die Elefantenhöhle (Elephant Cave)

Der Fahrer brachte uns nun wieder nach Norden, in die Nähe von Ubud. Die Elefantenhöhle ist vielmehr eine hinduistische Tempelanlage, die sehr schön an einer Schlucht gelegen ist. Wie bei jedem Tempel, wurde uns an den Souvenierständen vor dem Eingang sehr nahegelegt einen Sarong zu kaufen, weil wir sonst nicht rein dürften. Und wie bei jedem Tempel war das Ausleihen eines Sarongs im Eintrittspreis inbegriffen. Mit den Leih-Sarongs ausgestattet folgten wir den Weg, der in einem leichten Bogen abwärts führte und einen Blick über den oberen Teil der Anlage gewährte. Neben dem Nymphenbrunnen, der erst 1954 wiederentdeckt und ausgegraben wurde, ist natürlich die eigentliche Elefantenhöhle das Highlight des Tempels. Den Eingang bewachen große und grimmig schauende Statuen. Dann geht es durch einen spärlich beleuchteten Tunnel. Ein wenig fühlt man sich wie Indiana Jones, wenn man nach einigen Metern in die dunkle Kaverne kommt, in denen die Heiligtümer verehrt werden. Die Luft ist heiß, stickig und erfüllt vom Duft der Räucherstäbchen. An den schmalen, sich gegenüberliegenden Wänden sind die Phallussymbole teilweise in Stoffbahnen gehüllt. Nur wenige Touristen waren mit uns in der Höhle und die Gläubigen in ihre Gebete vertieft, so dass eine besondere Atmosphäre entstand. Als wir nach draußen kamen, mussten sich unsere Augen erstmal wieder an das grelle Sonnenlicht gewöhnen. Wir atmeten tief durch und gingen an Ständen mit Obst und Getränken vorbei ein paar Stufen hinunter. Im Schatten riesiger Bäume befindet sich der schöne Garten mit einigen weiteren Tempeln, Heiligtümern und kleinen Teichen. Bei einem kleineren forderte uns eine ältere Frau auf zu beten, schließlich sei das hier ja ein Tempel. Na gut, etwas zögerlich nahmen wir auf einer Mauer platz und waren still. Die alte Dame zündete ein paar Räucherstäbchen an und sprach wohl ein paar Gebete. Dann gab Sie uns etwas Wasser aus dem alten Kupferkrug zu trinken und begoss uns damit leicht. Sie beendete die Zeremonie, indem sie uns etwas Klebereis auf die Stirn, den Hals, den Kopf und hinter die Ohren drückte. „Now Donation“ sagte sie sichtlich zufrieden und wir gaben ihr ein paar Rupienscheine. Wir machten noch einen ausgiebigen Spaziergang durch die schön gestaltete Anlage und gingen dann die Treppen wieder rauf, wo der Fahrer auf uns wartete.

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Pura Tirta Empul Tempel

Der Tempel Pura Tirta Empul sollte ein Highlight auf der Tour werden. Die sehr schön gestaltete Tempelanlage schreckt zunächst wieder mit einem großen Parkplatz ab. Hier herrschte mehr Betriebsamkeit als bei der Elefantenhöhle. Aber auf dem weitläufigen Areal hatte sich das schnell verlaufen. Auch hier treffen wir auf das typische Arrangement balinesisch hinduistischer Tempel. Sie sind um die heilige Quelle angelegt, die von einem großen Becken eingefasst ist. Merkwürdig sieht es aus, wie das kalte Wasser von unten in das nur etwas wärmere Becken strömt. Interessant fanden wir, dass natürlich im gesamten Tempelbereich penibel auf die Einhaltung der Kleiderregeln geachtet wurde, die Umkleidekabinen aber nicht nach Geschlechtern getrennt waren. Weil nasse Kleidung nicht so gerne gesehen wird, muss man sich umziehen bevor man in der heiligen Quelle des Pura Tirta Empul baden darf. Für Touristen wird hier ein kleiner Aufpreis fällig, weil man für das Ausleihen des Bade-Sarongs noch einmal bezahlen muss. Nachdem wir etwas umständlich mit unseren ganzen Tüchern und westlicher Pikiertheit den Sarong gewechselt hatten, konnten wir uns in die Schlange einreihen und in das kalte, hüfthohe Wasser steigen. Es strömte durch die Mäuler von Fratzen in das Becken. Die Gläubigen sprachen leise Gebete vor den Fratzen, meditierten und legten Opfergaben auf ihre Häupter. Bei den Kindern stand der Badespaß im Vordergrund. Generell fanden wir die Mischung aus Spiritualität und Familienausflug spannend, mit der die Pilger den Tempelbesuch abhielten. Dazwischen streunten dann noch ein paar Touristen. Nachdem wir uns also schön abgekühlt hatten und uns gleich auch ein wenig jünger fühlten, erkundeten wir den Rest der Tempelanlage mit ihren reich verzierten Bauten und vielen Statuen. Etwas Skurril: Das ganze Areal wird überthront von einem modernen Bau auf einem nahegelegenen Hügel, in dem der Gouverneur von Bali residiert.

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Tirta Empul

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Gunung Kawi Tempel

Für den Gunung Kawi Tempel blieb uns nicht mehr besonders viel Zeit, da unser Fahrer anmerkte, dass eine Tagestour ja sechs Stunden geht und wir draufzahlen müssten, wenn wir zu lange brauchen. Also gut, aber für einen kurzen Abstecher zum reicht es noch? „Yes, don’t worry – relax“ Ok, aber zu sehr wollten wir es dann doch nicht drauf ankommen lassen und beeilten uns ein wenig.

Auch hier gibt es am Eingang wieder den Leih-Sarong und auch hier geht es erstmal jede Menge Stufen bergab. Diesmal aber durch eine wunderschöne Reisterrassenlandschaft. Der Himmel zog sich an diesem Nachmittag etwas zu. Dunkle und graublaue Wolken strichen über die satt grünen Kämme und hefteten sich in der Ferne an die Gipfel der Vulkane. Es war immer noch sehr warm war, aber der bedeckte Himmel hielt die Sonne angenehm ab, während sie sich langsam den Horizont näherte und im Spiel der Wolken ständig das Licht veränderte.

Am Ende der langen Treppe angelangt, betraten wie die Anlage durch ein großes steinernes Tor. Etwas verträumt waren die Tempel auf zwei Seiten einer Schlucht im dicht bewachsenen Wald angeordnet und von etwa sieben Meter großen Statuen flankiert. Die Schlucht wurde von einer schönen Brücke überspannt, von der man einen tollen Blick durch das schmale Tal hatte.

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Nach einem schönen Spaziergang nahmen wir den Aufstieg über die Treppe in Angriff und kauften auf dem Rückweg noch ein paar süße balinesische Reiskuchen für die Fahrt zurück nach Ubud.

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