Stopover in Singapur – Nicht Asien und nicht Europa

Viele Flüge nach Asien gehen über Singapur und häufig muss man einige Stunden bis zu seinem Anschlussflug warten. Wir hatten auf dem Weg nach Bali auf dem Hinflug zwölf und auf dem Rückflug sechs Stunden Aufenthalt. Viel zu lang, um einfach nur am Flughafen rumzuhängen. Doch was kann man bei einem kurzen Stopover in Singapur unternehmen? Man kann zu mindest jede Menge erleben! Überall fallen einem die kleinen Unterschiede auf: Die Stadt ist groß, sauber, bunt, multikulturell, asiatisch, aber auch wieder nicht typisch asiatisch. Eben anders.

Die Einreise ist problemlos möglich, das Visum kostenlos und vor Ort erhältlich. Mit dem Taxi geht es in 20 Minuten in die Innenstadt, mit der Bahn in etwa 60 Minuten. Wenn die Zeit knapp ist, sollte man das Taxi nehmen. Die Bahn ist auch nicht ganz billig und mit der Taxifahrt bleibt genug Zeit sich in der Stadt umzusehen.

Spaziergang um die Marina Bay Reservoir

Die Marina Bay Reservoir ist ein Becken in das der Singapore River mündet bevor er in die Straße von Singapur fließt. Der Bereich grenzt an den Finanzdistrikt. Hier ist in den letzten Jahren sehr viel gebaut worden wobei einige Sehenswürdigkeiten entstanden sind. Allen voran das berühmte Marina Bay Sands Resort.

Wir sind mit der U-Bahn bis zur Station Downtown gefahren und mitten in einem Einkaufszentrum ausgestiegen. Auch wenn wir schon viel über Singapur gehört und gelesen hatten, ein kurzes Wow konnten wir uns nicht verkneifen, als wir den U-Bahnhof verließen und zwischen glitzernden Hochhausfassaden herauskamen. In fünf Minuten waren wir am Marina Bay Reservoir und bestaunten die Skyline. Man kann das Becken in etwa ein bis zwei Stunden umrunden und sich vor dem Weiterflug angenehm die Beine vertreten. Die Promenade dient als Treffpunkt für Jung und Alt. Dort wird Sport getrieben, einem kostenlosen Konzert gelauscht oder sich einfach nur unterhalten.

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Vor dem Marina Bay Sands liegt auch ein gigantisches Einkaufszentrum, das seinen Vorbildern in den USA oder Dubai in nichts nachsteht. Die meisten westlichen Shops sind hier vertreten. Die Preise auf einem ähnlichen Niveau. Ein Kanal mit Gondeln durchzieht einige Bereiche und eine Eisbahn gibt es auch. In dem etwas ungemütlichen und überfüllten Foodcourt haben wir zu günstigen Preisen lecker gegessen. Ihr könnt Euch das Essen auch einfach mit nach Draußen nehmen und am Wasser etwas gemütlicher sitzen.

Einkaufzentrum

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Als wir wieder aus dem Einkaufszentrum hinausgegangen sind, lief gerade eine Lasershow vor der Skyline des Finanzdistrikts. An sich lockt das ja niemandem mehr vor dem Ofen hervor, aber die Dimension und der doch eher asiatische Kitsch haben uns beeindruckt. Wir gingen am ArtScience Museum entlang, das wie eine große weiße Lotusblüte aussieht, und über die architektonisch ebenfalls eindrucksvolle Helixbrücke. Vor dem Esplanade Theatre gab es ein kostenloses Konzert und wir haben die tropische Wärme des Abends genossen. Das Wahrzeichen von Singapur, der Merlion, befindet sich ebenfalls in der Nähe. Es ist eine Statue von einer Meerjungfrau mit Löwenkopf (Mermaid und Lion). Touristen müssen hier ein bestimmtes Motiv aufnehmen – welches das ist, müsst ihr selber herausfinden.

Mit der U-Bahn ging es dann wieder zurück zum Flughafen. Alternativ befindet sich auch direkt am Marina Bay Sands die Station Bayfront.

Gardens by the Bay

Auch auf unserem Rückflug hatten wir ein paar Stunden zu überbrücken und sind diesmal mit dem Taxi zum Gardens by the Bay gefahren, das in unmittelbarer Nachbarschaft vom Marina Bay Sands Resort ist. Der großzügig angelegte Garten kostet keinen Eintritt und ist nicht nur was für Botaniker. Beeindruckend sind außerdem die großen Supertrees – künstliche Bäume die mit Pflanzen bewachsen und Solarzellen bestückt sind. Sie liefern einen Großteil der Energie für die Anlage. Nachts werden sie angestrahlt und jede Stunde gibt es eine große Lichtshow mit Musik. Es gibt verschiedene Restaurants zu unterschiedlichen Preisen und man sieht in den Abendstunden viele Menschen bei einem Picknick.

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Wer dem tropischen Klima Singapurs für eine kurze Zeit entkommen möchte, der kann sich in den beiden Gewächshäuser abkühlen (Eintritt 28 Singapur-Dollar pro Person für beide Häuser). Tipp: Kauft Eurer Ticket direkt im Flughafen oder im Vorfeld online. Es mehrere Anbieter und wir haben pro Person 2 Singapurdollar gespart und konnten die Warteschlangen vor Ort umgehen. Gerade, wenn man wenig Zeit ist, ist das sehr von Vorteil. Für Familien mit Kindern gibt es leider keine Familienkarten. Kinder unter drei Jahren können umsonst in den Park.

Im klimatisierten Flowerdome kann man europäische Pflanzen bewundern. Wir fanden das von der Sache her schon ganz witzig, die heimische Pflanzenwelt tausende Kilometer entfernt in einem gekühlten Gewächshaus in Asien anzuschauen. Aber die Ausstellung ist sehr liebevoll gemacht und es ist wirklich auch noch genügend Exotik dabei. Neben den vielen Blumen sind verrückte Kakteen, Affenbrotbäume und andere lustige Pflanzen dabei.

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In der benachbarten Halle ist der Cloud Forrest. Hier klappten uns erstmal die Kinnladen runter. Man steht direkt vor einem 35 Meter hohen künstlichen Wasserfall. Die Luft ist hier noch einmal deutlich kühler und feuchter als im Flowerdome und ein leichter Nebel zieht durch die Halle. Über Rolltreppen und Aufzüge ging es auf den in der Halle freistehenden Turm. Von hier hat man noch mal eine tolle Aussicht auf die Marina Bay mit ihren Gebäuden und den botanischen Garten mit den Supertrees. Auf einem langen Steg wanderten wir nach unten, wobei links und rechts jeweils die Pflanzen wuchsen, die auch im Regenwald auf der jeweiligen Höhe zu finden sind.

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Am Haupteingang stehen Taxis bereits, die einem wieder zum Flughafen bringen. Am besten schon auf dem Hinweg eine Einschätzung beim Taxifahrer einholen, wie lange der Rückweg zur angestrebten Zeit dauern wird. Der Weg zur U-Bahnstation Bayfront ist aber auch nicht weit. Wer noch ein wenig mehr Zeit hat, kann diesen Ausflug auch noch mit einem Spaziergang um die Marina Bay ergänzen oder einfach im Bay Sands Resort shoppen gehen.

Weitere Ideen für einen kurzen Aufenthalt sind ein Besuch um Zoo oder ein Spaziergang durch Chinatown. Beides haben wir nicht geschafft – aber es gibt bestimmt ein nächstes Mal.

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