Kanada: 1 Roadtrip – 10 Bilder

Zwei Monate Elternzeit. Was für ein Geschenk! Da stand für uns schnell fest, dass wir diese Zeit für eine schöne Reise nutzen wollen. Auch auf das Ziel haben wir uns relativ bald geeinigt: Kanada. Und wir wollten natürlich so viel wie möglich sehen und erleben. Also ein Roadtrip! Aber mit Kind? Naja, um so flexibel wie möglich zu sein, haben wir unsere Hotels erstmal nur für die ersten Tage gebucht und dann spontan geschaut wie weit wir kommen und wohin es uns verschlägt. Unsere kleine Maus war ja erst 10 Monate alt und wir mussten davon ausgehen, dass wir eine Etappe auch mal spontan kürzen oder ein Ziel gar nicht erreichen. Schließlich war Autofahren bis dahin so gar nicht ihr Ding.

Roadtrip mit Kleinkind

Es gibt Kinder, die lieben das Autofahren und schlummern dank des Motorgeräusches und der sanften Bewegungen spätestens auf dem Highway sanft weg. Und es gibt unsere Tochter, die häufig schon nach 10 Minuten die Nase von dem Ganzen voll hatte und uns ihren Unmut natürlich lauthals mitgeteilt hat. Dank ein paar kleiner Tricks haben wir schnell unseren Rhythmus gefunden:

Zur Schlafenszeit fahren

Wir sind die erste Etappe eines Tages häufig dann gefahren, wenn unsere Kleine gegen Mittags müde wurde (Achtung: der Punkt will genau abgepasst sein und darf nicht überreizt werden, aber ihr kennt eure Kinder da sicher am besten). Dann ist sie meist tatsächlich mit einer Flasche relativ schnell eingeschlafen.

Entertainment

Es nützt nichts. Ist das Kind einmal wach, will es unterhalten werden. Bedeutet: Einer muss nach hinten und spielen, vorlesen, singen und die kleine Maus mit Snacks bei Laune halten.

Viele und lange Pausen

Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem das Kind ausgeschlafen ist, alles aufgegessen hat und keine Lust mehr auf Spiele im Sitzen hat. Jetzt will es nicht mehr im Maxi Cosi eingepfercht sein, sondern die Welt entdecken und sich bewegen. Da hilft nur eines: Pause machen. Mit Glück seit ihr nun in der Nähe eines kleinen Städchens oder einer Sehenswürdigkeit. Eine Stunde solltet ihr euch schon gönnen, bevor es weitergeht. Und wir hatten viele tolle Erlebnisse, als wir fernab der Touristenpfade auf Raststätten oder in kleinen Orten Pausen eingelegt haben.

Denkt immer daran: Der Weg ist das Ziel und versucht euch nicht stressen zu lassen. Das gelingt nicht immer, aber wenn ihr entspannt seid, dann kann so ein Road-Trip mit Baby eine wundervolle Erfahrung werden. Wir haben in zwei Monaten immerhin 7.000 Kilometer geschafft.

Stau auf dem Highway

In der Ruhe liegt die Kraft. Wirklich ein blöder Spruch, wenn man die nächste Fähre oder einen Flug erwischen muss. Aber einen Roadtrip mit Kleinkind solltet ihr so planen, dass ihr immer spontan einen Zwischenstopp einlegen könnt. Und wo steht man lieber im Stau als in der atemberaubenden Wildnis von British Columbia? Also abschnallen und die Landschaft genießen. Meist dauert es nicht lange und Greifvögel kreisen über einem oder man entdeckt Tiere am Straßenrand. Häufig sind die Staus tatsächlich nur deshalb entstanden, weil jemand ein Tier entdeckt hat – also Augen auf!

Tierwelt

In British Columbia und Alberta haben wir wirklich viele Tiere direkt aus dem Auto beobachten können. Da ist es natürlich praktisch, dass auf den meisten Straßen in den Nationalparks nur 80 gefahren werden darf. Aber auch außerhalb der Parks sind selten mehr als 100 km/h erlaubt. So konnten wir Füchse, Elche, Caribus und oder Wapitis sehen. Bei den letzten dreien sind wir uns nicht ganz sicher ob wir wirklich alle gesehen haben, oder nur einige Arten. Naja, es war auf jeden Fall Wild mit und ohne Geweih 🙂

Bären

Bären können wirklich sehr gefährlich werden. Vor ihnen und vor Elchen wird in Kanada eindringlich gewarnt. Ja, auf unseren Wanderungen in den Nationalparks war uns manchmal etwas mulmig zumute, gerade wenn wir mit dem Baby alleine waren. Um so schöner, dass wir bei unseren beiden Begegnungen mit diesen wundervollen Geschöpfen im sicheren Auto saßen und ihnen trotzdem sehr nahe kamen. Ob nun im Auto oder nicht: natürlich verhält man sich respektvoll gegenüber wilden Tieren und fährt – wenn überhaupt – langsam und mit gebührendem Abstand an ihnen vorbei. Dieses Exemplar war offensichtlich den Verkehr gewöhnt und hat uns komplett ignoriert.

Das perfekte Auto für ein Roadtrip mit Kleinkind

Für einen Road-Trip mit Kleinkind oder Baby braucht man ein großes Auto. Privat fahren wir einen Kleinwagen und innerhalb der Stadt oder auch ein paar Stunden auf der Autobahn ist das kein Problem. Wenn aber das Auto für die Zeit des Roadtrips quasi zu einem zweiten Zuhause werden soll, dann ist es schon prima, wenn die Taschen geordnet im Kofferraum liegen. So kann man ohne viel Kramerei noch ein Gläschen oder etwas frisches zum Anziehen heraus kramen. Für ein großes Auto spricht auch, dass man nicht jedes Mal die Karre komplett auseinander bauen muss und das Kind auf der geräumigen Rückbank wickeln kann, ohne die Türen öffnen zu müssen, wenn regnet, kalt oder unangebracht ist (siehe Bär). An der Westküste hatten wir einen Dodge Journey und für die zweite Etappe einen Nissan Pathfinder – beide mehr als ausreichend.

Die Natur in Kanada erleben

Aufgrund der unglaublich langen Strecken hat man eigentlich kaum eine andere Wahl als Kanada mit dem Auto zu erkunden. Es gibt zwar noch die romantische Version der Bahnreise, aber die ist gerade für Familien mit Kind beziehungsweise Baby echt teuer, wenn man die mehrere Tage dauernden Etappen nicht in einem Großraumwagen verbringen möchte. Obwohl wir meist auf den Hauptstrecken unterwegs waren, gab es viele Momente an denen uns längere Zeit kein anderes Auto begegnete. Vor allem in den Rocky Mountains haben wir die Abgeschiedenheit genoßen und viele Pausen gemacht, um die Natur auf uns wirken zu lassen.

Verkehrsregeln in Kanada – In jeder Provinz anders

Die Verkehrsregeln in Kanada können manchmal schon frustrieren. Etwa beim rechts abbiegen an einer roten Ampel. Das ist in Kanada erlaubt (und wird vom Hintermann erwartet). Nur in der Provinz Quebec ist das rechts abbiegen bei rot jedoch verboten, es sei denn man ist in Montreal! Außerdem gibt es das Phänomen, dass in einigen Provinzen eine grüne Ampel blinken kann. Nach Auskunft einiger Kanadier bedeutet das entweder, dass an einer Kreuzung links abgebogen werden kann (Gegenverkehr hat rot) oder einfach nur, dass es demnächst gelb wird. So richtig festlegen wollte sich da aber niemand. Wir finden jedoch, dass die Kanadier sehr entspannte Autofahrer sind. Sie fahren generell eher vorsichtig und lassen einem den Vortritt. „Rechts vor Links“ gibt es in Kanada nicht. Wer zuerst kommt, darf zuerst fahren. Man stelle sich das mal in Deutschland vor.

Lohnt sich ein Roadtrip durch Kanada mit Kind?

Auf jeden Fall lohnt sich ein Road-Trip durch Kanada – auch mit Kleinkind oder Baby! Wir hatten uns darauf vorbereitet, dass der Roadtrip kurz ausfällt und wir die meiste Zeit an einem Ort verbringen, weil unsere Kleine so überhaupt keine Lust auf Autofahren gehabt hat. Aber es ist ja nun mal anders gekommen und die Erfahrung war großartig. Der große Vorteil an einem Roadtrip ist eben gerade die Flexibilität. Schlechtes Wetter? Wir fahren weiter! Schlechte Stimmung? Wir schauen in den Reiseführer und finden etwas interessantes. Keine Lust mehr? Dann suchen wir uns ein Motel. Zudem ist ein Roadtrip hier wirklich einfach. Das Straßennetz ist gut ausgebaut, es gibt viele saubere und gute Rastplätze und überhaupt ist Kanada ein Auto-Land, sodass wir lediglich in großen Städten den Nachteil hatten, dass wir relativ viel Geld für Parkhäuser ausgeben mussten.


Dieser Artikel ist Teil der Blogparade von Kind im Gepäck – 1 Roadtrip in 10 Bildern.

2 Kommentare

  1. Hallo ihr Drei 🙂

    Lieben Dank dass ihr vorhin meinen kleinen Blog besucht habt! Super schln so habe ich euren gefunden! Roadtrip in Kanada stand auf meiner Reiseliste aber ist dank eueres Artikels um einiges nach oben gerutscht:) So krass dass man sogar vom Auto aus Wildtiere beobachten kann! Träumchen 🙂

    Lieben Gruß,

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