Mindelheimer Klettersteig

Mindelheimer Klettersteig (Alle Rechte vorbehalten)

Der Mindelheimer-Klettersteig eignet sich für Anfänger (weniger als 30 Steige). Er kann in beide Richtungen gegangen werden. Von der Fiderepasshütte (2.070 m) kommend hat man den Vorteil, dass die beiden Schlüsselstellen gleich am Anfang zu bewältigen sind:

  • Einstieg über eine Leiter mit Überhang
  • Felsspalt, der auf einer horizontalen Leiter überquert wird (Sicherung vorhanden)

Vom Kleinwalsertal aus lohnt sich der Aufstieg zur familienfreundlichen Mindelheimer-Hütte. (2.013 m) Von hier aus sind auch mehrere schöne Tagestouren möglich. Wie jede Tour in den Alpen beginnt man auch den Mindelheimer Klettersteig früh morgens um vor möglichen Gewittern wieder zurück zu sein.

Mindelheimer Klettersteig (Alle Rechte vorbehalten)
Mindelheimer Klettersteig
(Alle Rechte vorbehalten)

Auf dem Mindelheimer Klettersteig ist gefühlt mehr Eisen verbaut, als auf dem Hindelanger. Es gibt also weitaus weniger ungesicherte Stellen und die Kletterei fordert einem nicht ganz so viel ab. Die beiden Schlüsselstellen fand ich unproblematisch. Der Spalt mit der horizontalen Leiter sieht spektakulär aus, ist aber recht harmlos. Man überquer ihn gut gesichert über enge Sprossen. Die Leiter mit Überhang, für mich am Ende der Tour, war bei normaler Grundfitness noch gut machbar. Eingeprägt hat sich lediglich eine Stelle, an der man von einem schmalen Vorsprung auf eine senkrechte Leiter wechselt, dessen Ende über den Abgrund Endet. Ansonsten wechseln sich spannende Klettereien durch steile Kamine mit schmalen Felswänden ab. Technisch sollte das auch für Anfänger kein Problem darstellen. Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit sind natürlich Voraussetzung. Auch wenn die ungesicherten Passagen kurz sind, bewegen wir uns hier in Absturzgelände. Trotz der lustigen Felskletterei hat man häufig die Gelegenheit den Blick über die umliegenden Gipfel schweifen zu lassen oder andere Wanderer auf den Normalwegen unter einem zu beobachten.

Schlüsselstelle auf dem Mindelheimer Klettersteig - eher für die Psyche ein Problem. (Alle Rechte vorbehalten)
Schlüsselstelle auf dem Mindelheimer Klettersteig – eher für die Psyche ein Problem.
(Alle Rechte vorbehalten)

Von der Mindelheimer Hütte kommend, befindet sich vor dem Klettersteig noch ein kleiner Gipfel, von dem aus man eine schöne Sicht auf den ersten Teil des Steigs hat. Der Einstieg zur Ferrata war dann nicht ganz leicht zu finden. Daher ist hier Vorsicht geboten. Lieber umkehren, wenn man sich nicht sicher ist noch auf dem richtigen Weg zu sein. Aus der anderen Richtung kommend gilt das natürlich auch für den Ausgang. Hier soll es schon Unfälle gegeben haben.

Tipp: Egal von welcher Richtung man kommt: Parallel zum Klettersteig führt ein Wanderweg so das sich die Kletterer und Nicht-Kletterer Nachmittags am Ziel auf ein Radler oder Skiwasser treffen können. Bei einer Mehrtagestour, wie zum Beispiel der Durchschreitung der Allgäuer Alpen – dem „J“, ist es möglich einen Teil des Gepäcks auf der Hütte zu lassen und nach der Ferrata den Wanderweg zurück zu nehmen.

Fazit: Sehr schöne Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung auf einer Alpenvereinshütte und spektakulärer Aussicht auf die Allgäuer Alpen.

Karte: „Allgäuer Alpen“ 1:25.000 vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation

Literatur: Leichte Klettersteige in den Alpen von Eugen und Hildegard Hüsler, Bruckmann. 2005.

Das ganze Fotoalbum gibt es auf flickr

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