Hue – alte Kaiserstadt in Vietnam

Die alte Kaiserstadt Hue liegt am Parfümfluss und war lange Zeit die Hauptstadt von Vietnam. Vor allem hat mich hier die alte Zitadelle interessiert. Da ich am Vortag meine Pläne geändert und einen wirklich empfehlenswerten Ausflug in die Remilitarisierte Zone (DMZ) gemacht hatte, blieb jetzt nur noch einen halben Tag für Hue und die Zitadelle. Obwohl sie laut Reiseführer Stefan Loose in zwei Stunden gemütlich erkundet werden kann, fühlte ich mich gehetzt. Die Zitadelle von Hue ist riesig. Viele Gebäude sind zwar im Vietnamkrieg zerstört worden, aber einiges ist bereits wunderschön restauriert. Auf dem Gelände gibt es jede Menge Gärten, Höfe und Plätze zu erkunden. Trotzdem ist es mehr als traurig, wenn man darüber nachdenkt, dass dies vor ein paar Jahrzehnten noch alles der verbotenen Stadt in Peking nachempfunden war. Es bleibt danach leider nur noch kurz Zeit, um die Seitenstraßen zu erkunden. Als ich dann um 13:00 Uhr am Travel Office 30 Minuten auf den Bus wartete, hatte ich irgendwie das Gefühl etwas verpasst zu haben. Es lohnt sich bestimmt mehr als einen halben Tag hier zu verbringen.

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Busfahren in Vietnam

Wieviele Möglichkeiten gibt es wohl am Tag zwischen den beiden wichtigsten Städten Zentralvietnams, Hue und Danang, hin und her zu fahren? Drei. Der (eine!) Zug fährt um 10:30 Uhr. Außerdem verkehren noch Busse um 8:00 und 13:00 Uhr. Leider wurde mir das erst um 10:30 so richtig bewusst und ich ärgerte mich, weil ich gern mehr Zeit für Hue gehabt hätte und erst später nach Danang wollte. Der Rezeptionist, der mir am Vortag die Tour in die DMZ organisiert hat, wittert noch mal ein Geschäft. Für 50$ will er mir ein Private Car organisieren. Aber da lehne ich dankend ab und kaufe mir ein Busticket für 4€ – Eine Entscheidung mit Folgen, wie sich noch herausstellen sollte.

Der Bus kam mir sofort suspekt vor. An der Tür bekam ich einen Plastikbeutel gereicht, in den ich meine Schuhe legen sollte. Das erklärte, warum es roch wie in einer Käse-Feinkost-Abteilung: mal würzig, mal süßlich, mal mild.

Die Sitze waren eher wie Strandliegen, nur halt für Kinder, und ließen sich komplett in Liegeposition stellen. Eigentlich ganz cool, wenn nicht jeweils zwei übereinander angeordnet wären und man sich vorkommt wie im Viehtransporter. Wahrscheinlich war der Bus am Vorabend in Hanoi losgefahren, weshalb sich eine säuerlich bittere Note über die verschiedenen Käsevariationen legte. Ich brauche wahrscheinlich nicht erwähnen, dass die Klimaanlage nicht funktionierte. In diesem Moment hätte ich auch 100$ für ein Private Car bezahlt. Aber dafür ging die Vorstellung auch richtig lang. Knapp vier Stunden brauchte der Bus für die 100 km von Hue nach Danang. Nicht etwa wegen eines Staus oder schlechter Straßen. Nein, der Bus ist einfach nur langsam gefahren. Vermutlich wäre er auch sonst einfach auseinandergefallen. Zumindest kann einem bei diesem Schneckentempo unmöglich übel werden und ich komme dazu (durch den Mund atmend) die Berichte der letzten Tage zu verfassen.

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