„Touristen-Attraktion“ Mount Everest

Am 29. Mai 1953 bestiegen Edmund Hillary und Tenzing Norgay den Mount Everest. Seit Ende der Neunziger Jahre hat der Tourismus im Everest-Gebiet erheblich zugenommen. Bei vielen Medien und auch Bergsteigern sorgt das zuweilen für Hohn und Spott. Der Everest sei zur Touristenattraktion verkommen und mittlerweile könne jeder hin und rauf. Nun wird diskutiert eine Leiter am Hillary-Step zu installieren. Zumindest auf dem von mir zurückgelegten Weg kann ich nur bestätigen, dass wirklich viele Touristen unterwegs waren. Aber was ist schlimm daran? Nepal ist ein unglaublich armes Land und außer dem Tourismus an den Gipfeln von Everest und Annapurna hat das Land nicht viel. So bringt der Berg wenigstens ein paar Leuten bescheidenen Wohlstand. Dass eine Besteigung trotz der Infrastruktur (die ganz nebenbei natürlich auch den Bewohnern der Region zugute kommt) nicht einfach ist, zeigen die tragischen Todesfälle, die es hier jedes Jahr gibt. Essen und Unterkunft auf dem als Solu-Khumbu-Highway verspotteten Trek sind sehr schlicht und alles andere als komfortabel. Aufgrund der Höhenkrankheit drehen gut 30 Prozent der Trekker noch vor dem Base Camp wieder um (mich eingeschlossen). Und zu guter Letzt würde in Nepal wohl niemand auf die Idee kommen und sich darüber mokieren, dass wir in Deutschland unsere Strände mit Liegen und Körben zustellen und Toilettenhäuser sowie Campingplätze an der Küste errichten.

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