Die Tempel von Angkor Wat

Es ist keine Übertreibung: Kambodscha und die Tempel von Angkor übertreffen alle Erwartungen. Häufig kommt die Frage auf, ob der Aufwand von Zeit und Geld sich für eine Abstecher aus Thailand oder Vietnam lohnt. Kambodscha ist für sich eine Reise wert und die Tempel von Angkor Wat sind natürlich das Highlight.

Tipp! Viele Hotels vermieten Mountainbikes, um mit ihnen die ausgedehnte Tempellandschaft zu erkunden. Was zunächst nach einem tollen Abenteuer klingt, sollte man sich wirklich zwei mal überlegen. Ein Tuk-Tuk kostet etwa 15 Dollar am Tag – gut investiertes Geld. Lasst euch lieber sanft den warmen Fahrtwind ins Gesicht blasen, wenn ihr von der Kletterei erschöpft zum nächsten Tempel aufbrecht. Es macht deutlich weniger Spaß bei Temperaturen von 30 Grad die kilometerlangen Wege zwischen den Tempeln in der prallen Sonne zu radeln.

Die Haupttempel am Petit Circuit

Beeindruckend waren zunächst einmal die großen quadratischen Wasserbecken, welche die Anlage umgeben. Drum herum ist nur dichter Urwald. Der Fahrer hat mich am Haupteingang von Angkor Wat abgesetzt. Meine Abneigung gegenüber Zeitdruck und Gruppenzwang war kein Problem für ihn. Er wollte solange auf mich warten, bis ich mir alles in Ruhe angesehen habe. Super! Indiana-Jones-Hut auf, Kamera gezückt und durch das beeindruckende Haupttor. Doch dann erstmal Ernüchterung. “Das da hinten soll es sein? – hätte ich mir größer vorgestellt”. Allerdings ist der Weg vom Haupteingang zum Tempel etwa einem halben Kilometer lang. Hat die ganze Anlage doch Ausmaße von 1,5 x 1,3 Kilometern. So wurde die Hauptattraktion der größten Tempelstadt der Welt mit jedem Schritt, den ich mir ihr über die lange Rampe näherte, beeindruckender, gigantischer, großartiger.

Ich begann damit die Anlage zu erforschen, über ihre Größe zu staunen und zu fotografieren, bis die Speicherkarte glühte. Dabei überkam mich der Drang alles ganz genau zu erkunden, ja zu erforschen. Die weltberühmten Reliefs studierte ich in jedem Detail, bevor ich mich dran machte auf die höchste Plattform zu steigen und über die Baumkronen des umgebenden Dschungels zu schauen. Nach vier Stunden und einem völlig überteuertem Mittagessen war ich bereit für mehr, griff wieder nach meinem Hut und suchte meinen Tuk Tuk Fahrer.

Angkor Wat ist zwar der berühmteste und am besten erhaltene, aber bei weitem nicht der einzige Tempel der gewaltigen Anlage von Angkor Wat. Man kann sie auf einem Rundweg, dem “Petit Circuit”, per Fahrrad oder mit dem Tuk Tuk erkunden.

Also ging es weiter zu den Anlagen von Angkor Thom durch ein großes Tor, über dem mir ein riesiges, aus Stein gemeißeltes, Gesicht des früheren Königs entgegen blickte. Die Brücke zum Tor war von zwei Meter großen Statuen von Affen flankiert, die eine Naga-Schlange hielten. Um cineastisch zu bleiben: eine Mischung aus Jurassic Park und Herr der Ringe.

Beim zentralen Bauwerk, dem Bayon habe ich mir die Flachreliefs dann aber nur noch im Vorbeigehen angesehen. Sie erzählen im Wesentlichen die gleichen Geschichten wie jene in Angkor Wat (militärische Erfolge, quirlen des Milchozeans etc).

Ich kletterte und kletterte den ganzen Tag über Tempelberge und erforschte alte verfallene Gänge. Auch wenn die Tempel von Angkor Wat die Hauptattraktion sind und alle Touristen sich hier umsehen, wirkt der Ort nicht überlaufen und verliert auch nichts von seiner mystischen Stimmung. Hier hat man wirklich das Gefühl in einem Indiana Jones Film zu sein. Außerdem gibt es fast keine Absperrungen und man darf in den Ruinen herumklettern wo und wie man möchte. Nur an den fast senkrechten Stufen ist mal ein Schild mit der Aufschrift “Be Careful”.

Den Sonnenuntergang genießt man dann mit hunderten anderen Touristen auf dem Tempel Phnom Bakheng, der einen fantastischen Blick über die Baumkronen auf die Umgebung bietet. Der Tempel von Angkor Wat wurde goldgelb von der untergehenden Sonne angestrahlt, bevor ganz plötzlich der ganze Dschungel in tiefer Dunkelheit versank.

Hier die schönsten Bilder von dem Tag:

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Die kleineren Tempel am Grande Circuit

Am nächsten Tag wurde ich um 05:00 Uhr im Hotel abgeholt. Denn genau wie der Sonnenuntergang am Phnom Bakheng zum Standardprogramm gehört, muss man im Leben einmal einen Sonnenaufgang in Angkor Wat erleben.

Sinnvollerweise war es noch stockdunkel, als ich ankam. Lediglich schemenhaft grenzten sich die Umrisse der fünf Türme mystisch vom Nachthimmel ab. Nachdem es immer heller wurde, dauerte es noch ein wenig, bis die Sonne es über die hohen Baumkronen des Dschungels schaffte, um dann wie ein spektakulärer Feuerball über dem Tempel aufzutauchen. Das Aufstehen hatte sich wirklich gelohnt.

Nach einem kurzen Frühstück saß ich wieder im Tuk Tuk und befand mich auf dem “Grande Circuit”, der die weniger spektakulären, aber auch sehr schönen und geheimnisvollen äußeren Tempel verbindet. Immer wieder stellte ich mir vor, wie es damals gewesen sein muss, als die Forscher aufgrund von Sagen und Erzählungen tagelang durch den Dschungel irrten und dann plötzlich vor diesen Tempeln standen.

Das Highlight an diesem Tag stellte dann auch der Tempel Ta Prohm dar, in dem einige Szenen für den Film Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht wurden. Er gehört zu den wenigen Tempeln die nicht restauriert werden, sondern so belassen werden soll, wie er bei seiner Wiederentdeckung vorgefunden wurde. Lediglich das Buschwerk wurde entfernt und zurückgeschnitten, damit man ihn erkunden kann. An vielen Stellen drücken sich die Wurzeln der gigantisch großen Bäume durch das Mauerwerk. Auch darf man nahezu überall rumklettern und entlang laufen, wobei der Tempel mit seinen eingestürzten Gängen und dunklen Winkeln einem Labyrinth gleicht.

Hier die schönsten Bilder vom Grande Circuit:

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Abseits der Pfade in Angkor Wat

Den dritten Tag gingen ich dann entspannter an und ließ mich in einer strapaziösen, einstündigen Fahrt mit dem Tuk-Tuk zum Tempel Bantey Srei fahren, der sehr schön restauriert wurde. Hier kann man sehen, wie in Zukunft wahrscheinlich die meisten Tempel hier aussehen werden: hinter dem Ticketschalter kommt der Souvenirshop und dann läuft man auf einem abgesperrten Weg die Highlights ab. Ins Innere des Tempels kommt man nicht mehr. Schade, aber angesichts der Besuchermassen sicherlich sinnvoll. Daher auch mein Fazit, dass ihr euch die Tempel von Angkor Wat unbedingt in den nächsten Jahren anschauen solltet, bevor immer mehr Besuchermassen dafür sorgen, dass dieser einmalige Ort seine Ursprünglichkeit verliert.

Die schönsten Bilder von Bantey Srei

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